Ein herzliches Hallo an alle Nähbienen!

Zuerst einmal möchte ich mich bei euch allen für die zahlreichen und ganz lieben Reaktionen auf meinen ersten Post bedanken. So ein tolles Feedback für die erste Anleitung… wow 🙂

Heute will ich mit euch so ein Taschentücher-Etui nähenIch hoffe, ich enttäusche nun eure Erwartungen nicht, denn heute würde ich gerne ein Taschentücher-Etui mit euch nähen. Wie ich genau darauf komme? Nun, als wenn ein kalter Herbst nicht schon schlimm genug ist, nein man muss natürlich auch noch eine Erkältung mit einer ordentlich laufenden Nase mit sich herumschleppen. Deswegen sollte doch wenigstens jeder Griff zu den Taschentüchern eine kleine Aufmunterung bieten und einem ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern.
Selbst mein Freund (also ein Mann… versteht ihr?!? 😉 ), musste feststellen, dass es 1000 mal schöner ist, als die öde Plastikverpackung.

Achja, und überhaupt glaube ich ja immer noch daran, dass man mit einem solchen Taschentuch-Etui viiiiel schneller gesund wird! Das glaubt ihr nicht? Na los, dann probiert es aus!

Bevor es losgeht, möchte ich auch heute wieder unsere Anfänger ermutigen, sich an die Anleitung zu wagen. Ich werde euch wieder mit jeder Menge Bilder, Tipps und ausführlichen Anweisungen begleiten. Gerne sind natürlich auch alle anderen Näherinnen und Näher herzlichst eingeladen, die Anleitung nachzunähen.

Nun wünsche ich Euch viel Spaß!

Der Zeitaufwand für dieses Projekt liegt bei ca. 45 Minuten

Tipp: Bitte lest die Anleitung vor dem Zuschneiden und Nähen einmal komplett durch, das hilft euch alles besser zu verstehen und Schritt für Schritt abzuarbeiten.

Für das Taschentücher-Etui benötigt Ihr folgendes Material:

  • Ein schönes Stöffchen für die Außenseite (ich verwende Baumwollstoff)
  • Ein farblich passender Stoff für die Innenseite (auch hier verwende ich einen Baumwollstoff)
  • Farblich passendes Garn und Unterfadenspule mit passendem Garn
  • Lineal / Geodreieck
  • Stoffschere oder Rollschneider (ggf. mit Schneideunterlage)
  • Nadeln
  • Bügeleisen / -brett
  • Nähmaschine
  • Stoffkreide oder einen Stift
  • Blätter und Bleistift
  • Papierschere
  • Kam Snap, Zange und Stecher
  • Dekoband
  • und ganz wichtig: ein paar Taschentücher 😉

Ihr habt das ganze Material beisammen? Wunderbar, dann kanns ja losgehen!

Nehmt euch nun das Papier, den Bleistift und eure Schere – wir erstellen zuerst einmal unser Schnittmuster.

Ihr benötigt einmal ein Muster für den Außenstoff mit folgenden Maßen: 15 cm x 17 cm
Weiter benötigt ihr das Muster für den Innenstoff: 15 cm x 21 cm

Übertragt nun die Maße auf euer Papier und schneidet die Vorlagen aus. Wenn ihr das gemacht habt, sollten die beiden Muster wie auf dem Foto unten links aussehen. Tipp: Vermerkt euch auf dem jeweiligen Muster, was es ist. Wie in meinem Beispiel: „Innenstoff mit Maßen; Nahtzugabe inbegriffen.

Mein Tipp: Die Vorlagen sicherheitshalber beschriften

Übertragt nun die Vorlage auf die Stoffe.
Achtung: Achtet jetzt genau darauf, was die Innen- und Außenseite eures Etuis sein soll. Schneidet die Stoffe an der angezeichneten Linie aus.

Nutzt ihr, so wie ich, einen Rollschneider, so könnt ihr euch das Anzeichnen mit einem Stift sparen – fahrt einfach vorsichtig, aber mit etwas Druck, an der Schnittmusterkante So sollten eure ausgeschnittenen Stoffstücke aussehen.entlang. So spart ihr euch einen Arbeitsschritt. Mmh, achja: vergesst dann aber nicht die Schneidematte unterzulegen, sonst erspart ihr euch zwar einen Schritt, aber handelt euch dafür dank des nun in Mitleidenschaft gezogenen Tisches jede Menge Ärger mit eurem Liebsten ein. 🙂 So sollten nun eure ausgeschnittenen Stoffstücke aussehen:

Jetzt legt ihr die Stoffe rechts auf rechts an der oberen, kurzen Kante zusammen und steckt beide Teile gegen die Nährichtung mit ein paar Nadeln zusammen. (Bild unten links) So, nun geht es endlich ran an die Maschine! Näht die aneinander gehefteten Stoffe mit einem Geradstich füßchenbreit und natürlich mit farblich passendem Garn zusammen. Verriegeln am Anfang und am Ende nicht vergessen. (Bild unten rechts)

Zusammenstecken und endlich gehts ab an die Nähmaschine!

Wenn ihr die Naht nun fertig habt, bügelt die Nahtzugabe des Außenteils Richtung Innenteil. Da sich das schwierig erklären lässt, schaut mal hier:

Wenn ihr auch diesen Schritt gemeistert habt, legt ihr die Stoffe wieder rechts auf rechts und steckt sie auch wieder an der kurzen Seite zusammen. Wiederholt ab hier genau die gleichen Arbeitsschritte wie eben:

  • zusammennähen…
  • Außenstoff Richtung Innenstoff bügeln…

Schneidet jetzt die Nahtzugabe auf beiden Seiten etwas zurück und wendet das Produkt auf rechts. Legt das Teil jetzt mit dem Innenstoff nach unten, so dass euch die schöne Seite des Außenstoffs anschaut. Vermittelt es nun noch so, dass sowohl links wie auch rechts an der zugenähten Seite noch etwas vom Innenstoff zu sehen ist. (Bild unten links)

Wenn ihr es optimal vermittelt habt, bügelt ihr einmal kurz drauf. Steppt mit der Maschine auf beiden noch offenen Seiten einen Zick-Zack-Stich. Auch hier das Verriegeln nicht vergessen.

Habt ihr den Stoff optimal vermittelt? Dann erst bügeln und dann die offenen Seiten vernähen & verriegeln.

Faltet die beiden kurzen Seiten bis jeweils zur Mitte und heftet sie mit einigen Stecknadeln fest.Ermittelt nun genau (von der langen Seite) die Mitte. Hier könnt ihr euer Lineal zur Hilfe nehmen. Ich vertraue mal auf mein Augenmaß. ;-P Faltet die beiden kurzen Seiten bis jeweils zur Mitte und heftet sie mit einigen Stecknadeln fest. Achtung: Die Kanten sollten ganz genau aneinander liegen.

Näht nun die beiden kurzen Seiten füßchenbreit mit einem Geradstich zusammen. Achtung: Hier sollte wirklich ein farblich perfekt passendes Garn genommen werden, denn diese Naht wird später sichtbar sein.
Tipp: Ich nähe gerne über viel belastete Stellen mehrmals drüber (d.h. vor-zurück, vor-zurück. Das ganze evtl. zweimal). Achtet aber darauf, dass ihr beim Vor- und Rückwärtsnähen genau auf der bereits genähten Linie bleibt.

Ecken anzeichnenNun zeichnen wir die Ecken an. Am besten nehmt ihr hierzu ein Geodreick oder Lineal und zeichnet euch das gewünschte Maß an.
Näht jetzt genau mit einem farblich passenden Garn an eurer angezeichneten Linie vorsichtig und besonders gerade entlang. Denn auch diese Naht wird später sichtbar sein. Diesen Vorgang wiederholt ihr an allen anderen Ecken. Achtet darauf, dass ihr alle Ecken im gleichen Winkel abnäht, sonst wird das Täschchen am Ende ein wenig windschief. 😉

Wenn ihr alle Ecken genäht habt, schneidet knappkantig neben dem Geradstich ab. Auch dies wiederholt ihr an allen Ecken.Nach dem Nähen der Ecken knappkantig neben dem  Geradstich abschneiden.
So, fast ist es geschafft, wendet euer Taschentücher-Etui auf rechts und drückt die Ecken vorsichtig mit einem spitzen Gegenstand nach außen.Nach dem Wenden der Tasche die Ecken  vorsichtig nach außen drücken.

Jetzt noch die Taschentücher auspacken und die gewünschte Menge ins Etui stecken.

Wenn ihr sehr genau genäht habt, passen 10 Stück hinein. Falls nicht, keine Panik, das war bei mir am Anfang genauso… gebt einfach nicht alle Tücher auf einmal hinein.

Wer jetzt noch Lust und Zeit hat, kann sein Etui noch etwas aufmotzen. Nehmt euch einfach noch das Dekoband, einen Kam Snap und die passenden Zange her:

Wer mag, kann sein Etui jetzt noch ein wenig aufmotzen., z.B. mit einer Schleife.

Dekoband zur Schleife falten und mit dem Dekoband zusammen mit dem Kam Snap am Euti befestigen.Faltet das Dekoband zu einer Schleife, nehmt den Stecher und stecht vorsichtig ein Loch rein. Dann heftet man die Schleife mit dem ersten Dorn zusammen und drückt direkt das passenden Gegenstück mit der Zange zusammen.
Ermitteln eure gewünschte Position am Etui und stecht auch hier vorsichtig ein Loch an diese Stelle. Drückt den zweiten Dorn von innen nach außen durch den Stoff. Auch hier mit Hilfe der Zange das Gegenstück andrücken

Nehmt die Schleife und befestigt Sie mit dem Kam Snap am Etui – und fertig ist es!

Titelbild - Nähanleitung - Wie näht man ein Taschentuch-Etui

Vielen Dank für Eure Geduld!
Frohes Naseputzen! 😉

Bis bald,

eure Jeannette

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